수치심과 공포의 출구로서 그라스의 『고양이와 생쥐』
Günter Grass’ Katz und Maus als Ausweg aus Scham und Angst
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초록
공적 기억담론과 기억문화와 대비되어 사적 영역에서는 종종 사실을 왜곡하는 ‘인식장애’가 나타난다. 이같이 공포와 수치를 억제하려는 일상적 의식에 비해 높은 내적 완결성을 보여주는 서술텍스트 상 인식장애는 저자의 의도를 파악하는 열쇠를 제공하기도 한다. 본 논문은, 그라스의 첫 소설 『양철북』이 출생부터 나치의 유혹에 초월한 주인공 오스카를 상정함으로써 “뒤틀린 가상세계”라는 “대안모델”을 통한 “문학적 해방”에도 불구하고 나치의 진부화와 평범화라는 비난을 받은 것과 대조적으로, 뒤이은 『고양이와 생쥐』에서 그라스는 자신과 자전적 특징을 공유한 인물들을 창조함으로써 수치심과 공포로부터의 출구라는 진정한 의미의 문학적 해방을 모색하였음을 규명하고자 한다. 고양이와 생쥐의 함의, 기사십자가 훈장의 작품 내 기능, 서술자 필렌츠의 자백과 은폐, 서술기법상의 특징, 그리고 말케-필렌츠-그라스의 자전적 공통점을 살펴본다. 또한 『양파껍질을 벗기며』와의 상호텍스트성을 통해 공포와 수치로부터 문학적 해방이라는 『고양이와 생쥐』 읽기방식을 재확인한다.
Abstract
Entgegen der vielgepriesenen, vorbildlichen Praxis der Erinnerungspolitik und Erinnerungskultur im öffentlichen Raum in Deutschland erweist sich beim näheren Hinsehen die Praxis im privaten als ein “Opfermythos” der “kollektiven Unschuld“ und als eine Lüge, die durch psychische Schuldabwehr und die Unschuldsvermutung gekennzeichnet ist. Anschließend an Petra Morsbachs Ansatz zum Grasschen Abarbeitungsmodus seiner Scham und Angst in der Blechtrommel versuche ich in der vorliegenden Arbeit zu zeigen, wie es Grass in Katz und Maus gelingt, einen literarischen Ausweg aus Angst und Scham zu bewerkstelligen, und zwar in einem diametralen Gegensatz zu seinem Welterfolgsroman der Blechtrommel. Tragen Oskars Zynismus, Sadismus und moralische Koketterie dazu bei, einen Gegenentwurf der Nazizeit zu kreieren, durch den er im Prinzip gefeit ist gegen jede Verführung des Nationalsozialismus, wird das Dritte Reich gleichzeitig verharmlost und trivialisiert. Der Ich-Erzähler und Schriftsteller Pilenz und der “Held” Mahlke, beide ausgestattet mit Grass ähnlichen biographischen Merkmalen, erweisen sich in Katz und Maus letzten Endes als Alter Ego von Grass: Die äußerst unzuverlässige Erzählfigur Pilenz ruft sich seine Geschichte über Mahlke zurück in sein Erzählbewusstsein, um sich dadurch von seiner Angst und Scham “freizuschreiben” und sich “reinzuwaschen”. Sein zunehmender Verlust an Erzählsouveränität mit dem Hinweis auf die höhere Erzählinstanz ist ein unverkennbares Indiz dafür, dass Pilenz ein kaum verhülltes Alter Ego von Grass ist. Sowohl “der grosse Mahlke” als auch ein Kriegsdeserteur sind wiederum eine Projektion von Grass, indem in beiden Schicksalsphasen des Helden verfremdete Scham und nachgeträgliche Wunschvorstellungen von Grass zum Ausdruck gebracht werden. Die Opposition von Katz und Maus als objektive Korrelate fungiert dabei als Ausdruck der mehrdimensionalen Konfliksituationen im privat-psychologischen, existentiellen und zeitkritischen Sinne. Mahlkes Adamsapfel als Makel/Stigma und das Ritterkreuz mit diversen Ersatzbezeichnungen und Umschreibungen als dessen Gegengewicht legen als Pilenz’ Erzählintention Verschleierungsversuche hinsichtlich seines Schuldgefühls nahe. Liest man die Novelle zusammen mit Beim Häuten der Zwiebel, wird einleuchtend, dass Pilenz’ Schuldverschleierung wiederum auf Grass’ lange verheimlichtes, verborgenes Schuld- und Schamgefühl in Bezug auf seine SS-Zugehörigkeit verweist. In diesem Sinne darf man Grass recht geben, wenn er auf die Frage, ob er “den richtigen Zeitpunkt verpasst hat, um seine SS-Zugehörigkeit zu thematisieren” antwortet: “ich glaubte, mit dem, was ich schreibend tat, genug getan zu haben.”
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