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클라이스트의 ‘전기(電氣) 문학’ - 「주워온 자식」을 통해 본 실험(성) -

Kleists ‘elektrische Dichtung’ Zur Bedeutung des Experiments in Der Findling

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주제분류독일어와문학

초록

Das Phänomen der Elektrizität erlebte um 1800 eine Hochkonjunktur, die sich durch sämtliche wissenschafltliche und populäre Bereiche zog. Die Elektrizität war attraktiv sowohl für die Frühromantiker in ihrem Synthesewillen als auch für Heinrich von Kleist, dessen Interesse vielmehr der unaufhebbaren Dualität galt. In der vorliegenden Arbeit soll am Beispiel der Erzählung Der Findling (1811) der Frage nachgegangen werden, mit welchen Mitteln Kleist abgelegtes Wissen (wie hier das elektrostatische Wissen) in neue Zusammenhänge stellt, um so Erkenntnisse über die psychische Funktionalität des Menschen zu gewinnen, und darüberhinaus die epistemologischen Lücken sowohl im wissenschaftlichen als auch im anthropologischen Wissen zur Sprache zu bringen. Kleist entwirft in Der Findling ein literarisches Experimentierfeld, auf dem er einige Theoreme der zeitgenössischen Experimentalphysik aufgreift und sie sozusagen in Form eines imaginären ‘Menschenexperiments’ fortschreibt. Die Entwicklung der beiden männlichen Protagonisten, Piachi und Nicolo, lässt sich so als Geschichte eines komplementären Polarisierungsprozesses begreifen, die eine strukturelle Affinität zur Ladungsdynamik elektrischer Körper aufweist. Wie ein neutraler elektrischer Körper lädt Nicolo, zu Beginn noch als ein ‘unschuldiger’ Knabe dargestellt, sich ‘negativ’ an Piachi auf, bis die in ihm aufgestaute Spannung sich entlädt, auf den Adoptivvater übergeht und es letztendlich zu einem katastrophalen Ende, dem Tod aller drei Protagonisten, kommt.

Abstract

Das Phänomen der Elektrizität erlebte um 1800 eine Hochkonjunktur, die sich durch sämtliche wissenschafltliche und populäre Bereiche zog. Die Elektrizität war attraktiv sowohl für die Frühromantiker in ihrem Synthesewillen als auch für Heinrich von Kleist, dessen Interesse vielmehr der unaufhebbaren Dualität galt. In der vorliegenden Arbeit soll am Beispiel der Erzählung Der Findling (1811) der Frage nachgegangen werden, mit welchen Mitteln Kleist abgelegtes Wissen (wie hier das elektrostatische Wissen) in neue Zusammenhänge stellt, um so Erkenntnisse über die psychische Funktionalität des Menschen zu gewinnen, und darüberhinaus die epistemologischen Lücken sowohl im wissenschaftlichen als auch im anthropologischen Wissen zur Sprache zu bringen. Kleist entwirft in Der Findling ein literarisches Experimentierfeld, auf dem er einige Theoreme der zeitgenössischen Experimentalphysik aufgreift und sie sozusagen in Form eines imaginären ‘Menschenexperiments’ fortschreibt. Die Entwicklung der beiden männlichen Protagonisten, Piachi und Nicolo, lässt sich so als Geschichte eines komplementären Polarisierungsprozesses begreifen, die eine strukturelle Affinität zur Ladungsdynamik elektrischer Körper aufweist. Wie ein neutraler elektrischer Körper lädt Nicolo, zu Beginn noch als ein ‘unschuldiger’ Knabe dargestellt, sich ‘negativ’ an Piachi auf, bis die in ihm aufgestaute Spannung sich entlädt, auf den Adoptivvater übergeht und es letztendlich zu einem katastrophalen Ende, dem Tod aller drei Protagonisten, kommt.

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