Eine Analyse der historischkulturellen und politischen Dimension von Ländernamen - Anhand von Benennungsmotiven bei den Endonymen und Exonymen Deutschlands und Koreas
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초록
Diese Studie untersucht die historischen, kulturellen und politischen Dimensionen von Ländernamen anhand von Benennungsmotiven bei den Endonymen und Exonymen Deutschlands und Koreas. Während Ländernamen im Alltagsgebrauch häufig als semantisch leer gelten, zeigt die Analyse, dass sie als verdichtete Zeichen kollektiver Identität und politischer Macht fungieren. Im Fall Deutschlands lässt sich die Genese des Endonyms Deutschland als ein Prozess sprachlicher und kultureller Emanzipation verstehen: Der Begriff ,diutisc‘ entstand ursprünglich aus der Abgrenzung der Volks sprache gegenüber dem Lateinischen und entwickelte sich allmählich zu einer ethnischen und schließlich politischen Selbstbezeichnung. Im koreanischen Kontext dagegen offen bart die Wahl zwischen Choseon und Hanguk die enge Verflechtung von Namens gebung, Ideologie und Staatsidentität. Die unterschiedlichen Endonyme Nord und Süd koreas spiegeln divergierende Geschichtsdeutungen und politische Legitimationsstrategien wider. Darüber hinaus zeigt sich, dass Exonyme – etwa Korea, Choseon oder Hanguk – als sprachlichpolitische Marker fungieren, die außenpolitische Orientierung und diplomatische Beziehungen ausdrücken. Methodisch verbindet die Arbeit etymologische, kulturhistorische und diskursanalytische Ansätze und kommt zu dem Schluss, dass Länder namen keine neutralen Bezeichnungen, sondern dynamische semantische Konstruktionen sind, in denen sich Geschichte, Macht und Identität sprachlich verdichten.
Abstract
Diese Studie untersucht die historischen, kulturellen und politischen Dimensionen von Ländernamen anhand von Benennungsmotiven bei den Endonymen und Exonymen Deutschlands und Koreas. Während Ländernamen im Alltagsgebrauch häufig als semantisch leer gelten, zeigt die Analyse, dass sie als verdichtete Zeichen kollektiver Identität und politischer Macht fungieren. Im Fall Deutschlands lässt sich die Genese des Endonyms Deutschland als ein Prozess sprachlicher und kultureller Emanzipation verstehen: Der Begriff ,diutisc‘ entstand ursprünglich aus der Abgrenzung der Volks sprache gegenüber dem Lateinischen und entwickelte sich allmählich zu einer ethnischen und schließlich politischen Selbstbezeichnung. Im koreanischen Kontext dagegen offen bart die Wahl zwischen Choseon und Hanguk die enge Verflechtung von Namens gebung, Ideologie und Staatsidentität. Die unterschiedlichen Endonyme Nord und Süd koreas spiegeln divergierende Geschichtsdeutungen und politische Legitimationsstrategien wider. Darüber hinaus zeigt sich, dass Exonyme – etwa Korea, Choseon oder Hanguk – als sprachlichpolitische Marker fungieren, die außenpolitische Orientierung und diplomatische Beziehungen ausdrücken. Methodisch verbindet die Arbeit etymologische, kulturhistorische und diskursanalytische Ansätze und kommt zu dem Schluss, dass Länder namen keine neutralen Bezeichnungen, sondern dynamische semantische Konstruktionen sind, in denen sich Geschichte, Macht und Identität sprachlich verdichten.
