브레히트 서사극의 이성주의와 니체의 디오니소스적 도취
Der Rationalismus des Brechtschen epischen Theaters und der dionysische Rausch bei Nietzsche
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Das Brechtsche epische Theater möchte die Einfühlung beim Publikum zu verhindern. Die typische Technik dafür ist der Verfremdungseffekt (V-Effekt). Durch das auf diesem V-Effekt basierende epische Theater wird das Publikum gezwungen, die Distanz zwischen Bühne und Realität zur Kenntnis zu nehmen und eine rationale und kritische Haltung anzunehmen, statt sich in die Schauspieler und darüber hinaus in die Figuren im Stück einzufühlen. Nach Nietzsches Ansicht, die auf der Basis vom dionysischen Rausch die Tragödie erfassen will, wäre das Brechtsche epische Theater nichts anderes als eine rationalistische Dramatik, die die Wirkung der Tragödie oder den Geist der Tragödie heftig verwischt. Nietzsche weist darauf hin, dass bei Euripides der dionysische Boden der Tragödie zu zerbröckeln beginnt. Ferner findet er den Grund dafür in ästhetischem Sokratismus, der das Theater als ein verständliches, also ein logisches und ein rationales zu rekonstruieren sucht. Mit anderen Worten verweist Nietzsche darauf, dass bei Euripides der ästhetische Sokratismus anfängt. Dieser ästhetische Sokratismus von Euripides, der den Logismus und den Rationalismus zur Grundlage haben will, verzichtet aber nicht auf die Einfühlung. Paradoxerweise versucht Euripides, das Theater logisch und rationalistisch zu rekonstruieren, um der stärkeren Einfühlung willen. Aus der Perspektive des Brechtschen epischen Theaters betrachtet, zwingt nun aber einschließlich des Euripides das traditionelle aristotelische Theater, das auf der Einfühlung basiert, dem Publikum das affektive Engagement für das Theater auf. Deshalb vergisst das Publikum aus der Illusion den Abstand zwischen Bühne und Realität. Aus diesem Grund kann man sagen, dass das nicht-aristotelische Theater einschließlich des epischen Theaters mit der Blockierung der Einfühlung beginnt. Denn in der Hinsicht dieses Theaters hindert das auf der Einfühlung basierende Theater das Publikum beim Erkennen der nüchterne Realität wegen der Identifizierung der Bühne mit der Realität. Deshalb versucht das Brechtsche epische Theater die Einfühlung zu verhindern und auf dem radikalen Rationalismus zu fußen. In diesem Sinne ist der Brechtsche Rationalismus viel gründlicher und radikaler als der Euripidessche Rationalismus. Nietzsches auf dem dionysischen Rausch basierende Kritik am Euripidesschen Rationalismus könnte deswegen auch auf die rationalistische Perspektive des Brechtschen epischen Theaters angewandt werden. Hieraus folgend geht es in der vorliegenden Arbeit darum, nachzuprüfen, ob man gegründet auf der Nietzscheschen Interpretation der Tragödie, die sich auf dem dionysischen Rausch stützt, und aus seiner irrationalistischen Ansicht eine Scheinkritik an dem Brechtschen epischen Theater üben kann. Dieser Versuch aber beabsichtigt nicht, darauf hinzuweisen, dass die Perspektive des dionysischen Rausches Nietzsches eine richtige, oder der Rationalismus des Brechtschen epischen Theaters eine falsche Option ist. Diese Scheinkritik kommt nur aus der Absicht heraus, beide einander gegenüberstehenden Positionen klar zu unterscheiden und zu vergleichen. Darauf gegründet will ich darauf verweisen, dass Nietzsches dionysischer Rausch und der Rationalismus des Brechtschen epischen Theaters trotz ihrer Gegensätzlichkeit im Grunde das selbe Endziel, nämlich die Emanzipation der Menschen, haben. Des Weiteren werde ich versuchen zu zeigen, dass Nietzsche und Brecht dieses gemeinsame Ziel oder diese gemeinsame Aufgabe in von einander unterschiedlichen Methoden, durch die Wiederaufnahme des gemeinschaftlichen Lebens in Anlehnung an den dionysischen Rausch (Nietzsches Irrationalismus) und durch den Aufbau einer emanzipierten Gesellschaft mittels der Kritik an der Realität und der Umwälzung (Brechts Rationalismus) suchen.
Abstract
Das Brechtsche epische Theater möchte die Einfühlung beim Publikum zu verhindern. Die typische Technik dafür ist der Verfremdungseffekt (V-Effekt). Durch das auf diesem V-Effekt basierende epische Theater wird das Publikum gezwungen, die Distanz zwischen Bühne und Realität zur Kenntnis zu nehmen und eine rationale und kritische Haltung anzunehmen, statt sich in die Schauspieler und darüber hinaus in die Figuren im Stück einzufühlen. Nach Nietzsches Ansicht, die auf der Basis vom dionysischen Rausch die Tragödie erfassen will, wäre das Brechtsche epische Theater nichts anderes als eine rationalistische Dramatik, die die Wirkung der Tragödie oder den Geist der Tragödie heftig verwischt. Nietzsche weist darauf hin, dass bei Euripides der dionysische Boden der Tragödie zu zerbröckeln beginnt. Ferner findet er den Grund dafür in ästhetischem Sokratismus, der das Theater als ein verständliches, also ein logisches und ein rationales zu rekonstruieren sucht. Mit anderen Worten verweist Nietzsche darauf, dass bei Euripides der ästhetische Sokratismus anfängt. Dieser ästhetische Sokratismus von Euripides, der den Logismus und den Rationalismus zur Grundlage haben will, verzichtet aber nicht auf die Einfühlung. Paradoxerweise versucht Euripides, das Theater logisch und rationalistisch zu rekonstruieren, um der stärkeren Einfühlung willen. Aus der Perspektive des Brechtschen epischen Theaters betrachtet, zwingt nun aber einschließlich des Euripides das traditionelle aristotelische Theater, das auf der Einfühlung basiert, dem Publikum das affektive Engagement für das Theater auf. Deshalb vergisst das Publikum aus der Illusion den Abstand zwischen Bühne und Realität. Aus diesem Grund kann man sagen, dass das nicht-aristotelische Theater einschließlich des epischen Theaters mit der Blockierung der Einfühlung beginnt. Denn in der Hinsicht dieses Theaters hindert das auf der Einfühlung basierende Theater das Publikum beim Erkennen der nüchterne Realität wegen der Identifizierung der Bühne mit der Realität. Deshalb versucht das Brechtsche epische Theater die Einfühlung zu verhindern und auf dem radikalen Rationalismus zu fußen. In diesem Sinne ist der Brechtsche Rationalismus viel gründlicher und radikaler als der Euripidessche Rationalismus. Nietzsches auf dem dionysischen Rausch basierende Kritik am Euripidesschen Rationalismus könnte deswegen auch auf die rationalistische Perspektive des Brechtschen epischen Theaters angewandt werden. Hieraus folgend geht es in der vorliegenden Arbeit darum, nachzuprüfen, ob man gegründet auf der Nietzscheschen Interpretation der Tragödie, die sich auf dem dionysischen Rausch stützt, und aus seiner irrationalistischen Ansicht eine Scheinkritik an dem Brechtschen epischen Theater üben kann. Dieser Versuch aber beabsichtigt nicht, darauf hinzuweisen, dass die Perspektive des dionysischen Rausches Nietzsches eine richtige, oder der Rationalismus des Brechtschen epischen Theaters eine falsche Option ist. Diese Scheinkritik kommt nur aus der Absicht heraus, beide einander gegenüberstehenden Positionen klar zu unterscheiden und zu vergleichen. Darauf gegründet will ich darauf verweisen, dass Nietzsches dionysischer Rausch und der Rationalismus des Brechtschen epischen Theaters trotz ihrer Gegensätzlichkeit im Grunde das selbe Endziel, nämlich die Emanzipation der Menschen, haben. Des Weiteren werde ich versuchen zu zeigen, dass Nietzsche und Brecht dieses gemeinsame Ziel oder diese gemeinsame Aufgabe in von einander unterschiedlichen Methoden, durch die Wiederaufnahme des gemeinschaftlichen Lebens in Anlehnung an den dionysischen Rausch (Nietzsches Irrationalismus) und durch den Aufbau einer emanzipierten Gesellschaft mittels der Kritik an der Realität und der Umwälzung (Brechts Rationalismus) suchen.
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