냉전기의 적과 동지, 그리고 벌거벗은 생명의 파톨로지 - 전후 동유럽의 독일인과 유럽 공동체 문제를 중심으로
Enemy and Friend of the Cold-War, and the Pathology of Bare Life - in terms of the German Expellee from Eastern Europe during and after the Wartime and the Question of European Future
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In diesem Aufsatz wird das Leiden der vertriebenen Deutschen aus Schlesien und dem Sudetenland der Vor- und Nachkriegszeit im direkten Zusammenhang mit den europäischen Problemen der ethnischen Konflikte nach 1990 zum Thema gemacht. Damals sind etwa 12 Millionen Deutsche in Ost-Europa durch den Einmarsch der Roten Armee vertrieben worden, darunter 3 Millionen aus Schlesien und 3 Millionen aus dem Sudetenland. Sie verloren ihre Heimat für immer durch die Bestätigung der Oder-Neiße-Grenze im Jahre 1990. Zwischenzeitlich konnte im Zuge des Anti-Faschismus und Nationalismus der West- und Ostländer Europas über das Leiden nicht gesprochen werden. Erst nach der Wiedervereinigung Deutschlands und nach dem Ende des Kalten Krieges war es möglich, diese Probleme öffentlich zu thematisieren. Die Vertriebenen fordern die Wiedergutmachung des verlorenen Immobilienvermögens in ihrer ehemaligen osteuropäischen Heimat und erheben Anklage wegen humanitärer Misshandlungen. Diese Probleme der vertriebenen Deutschen werden hier im Zusammenhang mit der Bildung der europäischen Gesellschaft betrachtet, da sie nicht im Rahmen des nationalstaatlichen Systems gelöst werden können und ähnliche Fälle passiert sind, bei denen einer ethnischen Minorität in einem Staat Gewalt angetan wurde, wie auf dem Balkan. Das liegt im Grunde am nationalen Bewusstsein und nationalen System, welche heute aufgrund transnationaler Systeme wie der EU schwächer geworden sind, aber doch noch vorherrschen. Deshalb müssen die Probleme der vertriebenen Deutschen aus Osteuropa im Zusammenhang mit der Frage nach der neuen Gestalt der europäischen Gesellschaft diskutiert werden. So geht der vorliegende Aufsatz auch auf die Problematik der Osterweiterung der EU ein. Dabei wird auf die Widersprüche der kosmopolitischen Vision der EU bei der Osterweiterung hingewiesen, in der man zwar "Borderland" und "Post-Western-Form" der europäischen Gesellschaft sieht. Jedoch ist es realpolitisch unleugbar, dass eine neue nationalistische Tendenz im Aufkommen ist, die zum Beispiel die deutsche Minorität in Zentralasien diskriminiert und zum Zuwachs der deutschen Emigranten aus Osteuropa geführt hat. Auf die Gemeinsamkeiten zwischen den Problemen der deutschen Vertriebenen und denen der Emigranten heute achtend, soll hier zum Schluss angedeutet werden, dass die Forderung der Vertriebenen nach Wiedergutmachung ihrer materiellen und menschlichen Verluste zwar nicht leicht umgesetzt werden kann, jedoch als geschichtlicher Reflex in Erinnerung gerufen werden muss in Hinblick auf die zukünftige Bildung einer europäischen Gesellschaft, die über die Grenzen nationalzentristischer politischer Systeme hinausgehen soll.
Abstract
In diesem Aufsatz wird das Leiden der vertriebenen Deutschen aus Schlesien und dem Sudetenland der Vor- und Nachkriegszeit im direkten Zusammenhang mit den europäischen Problemen der ethnischen Konflikte nach 1990 zum Thema gemacht. Damals sind etwa 12 Millionen Deutsche in Ost-Europa durch den Einmarsch der Roten Armee vertrieben worden, darunter 3 Millionen aus Schlesien und 3 Millionen aus dem Sudetenland. Sie verloren ihre Heimat für immer durch die Bestätigung der Oder-Neiße-Grenze im Jahre 1990. Zwischenzeitlich konnte im Zuge des Anti-Faschismus und Nationalismus der West- und Ostländer Europas über das Leiden nicht gesprochen werden. Erst nach der Wiedervereinigung Deutschlands und nach dem Ende des Kalten Krieges war es möglich, diese Probleme öffentlich zu thematisieren. Die Vertriebenen fordern die Wiedergutmachung des verlorenen Immobilienvermögens in ihrer ehemaligen osteuropäischen Heimat und erheben Anklage wegen humanitärer Misshandlungen. Diese Probleme der vertriebenen Deutschen werden hier im Zusammenhang mit der Bildung der europäischen Gesellschaft betrachtet, da sie nicht im Rahmen des nationalstaatlichen Systems gelöst werden können und ähnliche Fälle passiert sind, bei denen einer ethnischen Minorität in einem Staat Gewalt angetan wurde, wie auf dem Balkan. Das liegt im Grunde am nationalen Bewusstsein und nationalen System, welche heute aufgrund transnationaler Systeme wie der EU schwächer geworden sind, aber doch noch vorherrschen. Deshalb müssen die Probleme der vertriebenen Deutschen aus Osteuropa im Zusammenhang mit der Frage nach der neuen Gestalt der europäischen Gesellschaft diskutiert werden. So geht der vorliegende Aufsatz auch auf die Problematik der Osterweiterung der EU ein. Dabei wird auf die Widersprüche der kosmopolitischen Vision der EU bei der Osterweiterung hingewiesen, in der man zwar "Borderland" und "Post-Western-Form" der europäischen Gesellschaft sieht. Jedoch ist es realpolitisch unleugbar, dass eine neue nationalistische Tendenz im Aufkommen ist, die zum Beispiel die deutsche Minorität in Zentralasien diskriminiert und zum Zuwachs der deutschen Emigranten aus Osteuropa geführt hat. Auf die Gemeinsamkeiten zwischen den Problemen der deutschen Vertriebenen und denen der Emigranten heute achtend, soll hier zum Schluss angedeutet werden, dass die Forderung der Vertriebenen nach Wiedergutmachung ihrer materiellen und menschlichen Verluste zwar nicht leicht umgesetzt werden kann, jedoch als geschichtlicher Reflex in Erinnerung gerufen werden muss in Hinblick auf die zukünftige Bildung einer europäischen Gesellschaft, die über die Grenzen nationalzentristischer politischer Systeme hinausgehen soll.
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