Formulierungsmuster in Patentschriften im Deutschen, Englischen und Koreanischen
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Die Patentschrift hat in der derzeitigen Linguistik selten große Beachtung gefunden, aber es liegen dennoch ein paar wissenschaftliche Arbeiten zu dieser Textsorte. Patentschriften gelten als stark verbreitete fachsprachliche Textsorte innerhalb des technisch-wissenschaftlichen Bereiches, wobei es offensichtlich um eine Expertenkommunikation geht, die für den Alltag der normalen Menschen eher von geringerer Relevanz sein soll. In diesem Punkt lässt sich die Kommunikation über die Patentschrift von der allgemeinen juristischen Komunikation abheben, die im Grunde genommen auf die normalen Menschen gerichtet sein soll. Die Textsorte Patentschrift stellt somit von vorn herein keine Anforderung an die Allgemeinverständlichkeit, aber hohe Anforderung an die sprachliche Qualität. Es ist deshalb nicht verwunderlich, dass die Patentschriften nicht nur inhaltlich anspruchsvoll, sondern auch sprachlich schwer verständlich sind. Patentschriften stellen eine ausgeprägte Stereotypie der Textsorte mit einer verhältnismäßig hohen Konventionalisierung bzw. Standardisierung (Gläser 1998; Göpferich 2006) dar. Zur textsortenspezifischen Standardisierung tragen nicht nur „makrostrukturelle Formulierungsroutine“ (Stein 1995, 301) im Sinne konverntionalisierter Textbaupläne, sondern auch sprachliche Mittel, u. a. Formulierungsmuster als mehr oder weniger feste Wortverbindungen bzw. Phraseologismen im weiteren Sinne (Burger 2007, 14) bei. In der Tat lassen sich in den Patentschriften verschiedene stereotypische Formulierungsmuster beobachten, die immer wieder in gleicher oder ähnlicher Form auftreten. Vor diesem Hintergrund setzt sich diese Arbeit zum Ziel, Formulierungsmuster bzw. rekkurente Ausdrücke unterschiedlicher syntaktischer Komplexität, die in der Patentschrift auftreten, im Deutschen, Englischen und Koreanischen zu erfassen, wobei hauptsächlich textsortenspezifische oder textsortentypische Erscheinungen in Betrachtung gezogen werden. Das Hauptaugenmerk der Analyse liegt insbesondere auf ihre textuell-kommunikative bzw. metakommunikative Funktionen. Die Datenbasis für diese Analyse bilden insgesamt 60 Patentschriften, jeweils 20 deutscher, englischer und koreanischer Sprache, die im Zeitraum von 2010 bis 2015 offen gelegt wurden, damit ein möglichst aktueller Sprachstand jeweiliger Sprachen widerspiegelt werden könnte. Diese Patentschriften werden von der Patentdatenbank des koreanischen Patentamtes ‚KIPRIS(KoreaIntelletual Property Rights Information Service)‘ zur Verfügung gestellt. Da in der Patentdatenbank KIPRIS deutsche Patentschriften sowie ihre entweder ins Englische oder übers Englische ins Koreanische übersetzte Fassungen angeboten werden, wäre es deshalb angebracht, nicht nur deutsche und koreanische, sondern auch englische Patenschriften in die Untersuchung heranzuziehen. Das Untesuchungsmaterial wurde aus einem inhaltlich verhältnismäßig breiten Spektrum der technischen Fachgebiete wie z. B. Elektrotechnik, Chemie, Medizin, Metalltechnik und Textiltechnik zusammengesetzt, um hinsichtlich der Makrostrutur und Mikrostruktur so weit wie möglich eine Themenabhängigkeit ausschließen zu können. Die Länge jeweiliger Patentschriften ist verschieden. Das ausgewählte deutsche Material enthält einen Umfang von ca. 95.916 Wörter, das koreanische etwa 73.402 Wörter und schließlich das englische umfasst ungefähr 79.153 Wörter.
Abstract
Die Patentschrift hat in der derzeitigen Linguistik selten große Beachtung gefunden, aber es liegen dennoch ein paar wissenschaftliche Arbeiten zu dieser Textsorte. Patentschriften gelten als stark verbreitete fachsprachliche Textsorte innerhalb des technisch-wissenschaftlichen Bereiches, wobei es offensichtlich um eine Expertenkommunikation geht, die für den Alltag der normalen Menschen eher von geringerer Relevanz sein soll. In diesem Punkt lässt sich die Kommunikation über die Patentschrift von der allgemeinen juristischen Komunikation abheben, die im Grunde genommen auf die normalen Menschen gerichtet sein soll. Die Textsorte Patentschrift stellt somit von vorn herein keine Anforderung an die Allgemeinverständlichkeit, aber hohe Anforderung an die sprachliche Qualität. Es ist deshalb nicht verwunderlich, dass die Patentschriften nicht nur inhaltlich anspruchsvoll, sondern auch sprachlich schwer verständlich sind. Patentschriften stellen eine ausgeprägte Stereotypie der Textsorte mit einer verhältnismäßig hohen Konventionalisierung bzw. Standardisierung (Gläser 1998; Göpferich 2006) dar. Zur textsortenspezifischen Standardisierung tragen nicht nur „makrostrukturelle Formulierungsroutine“ (Stein 1995, 301) im Sinne konverntionalisierter Textbaupläne, sondern auch sprachliche Mittel, u. a. Formulierungsmuster als mehr oder weniger feste Wortverbindungen bzw. Phraseologismen im weiteren Sinne (Burger 2007, 14) bei. In der Tat lassen sich in den Patentschriften verschiedene stereotypische Formulierungsmuster beobachten, die immer wieder in gleicher oder ähnlicher Form auftreten. Vor diesem Hintergrund setzt sich diese Arbeit zum Ziel, Formulierungsmuster bzw. rekkurente Ausdrücke unterschiedlicher syntaktischer Komplexität, die in der Patentschrift auftreten, im Deutschen, Englischen und Koreanischen zu erfassen, wobei hauptsächlich textsortenspezifische oder textsortentypische Erscheinungen in Betrachtung gezogen werden. Das Hauptaugenmerk der Analyse liegt insbesondere auf ihre textuell-kommunikative bzw. metakommunikative Funktionen. Die Datenbasis für diese Analyse bilden insgesamt 60 Patentschriften, jeweils 20 deutscher, englischer und koreanischer Sprache, die im Zeitraum von 2010 bis 2015 offen gelegt wurden, damit ein möglichst aktueller Sprachstand jeweiliger Sprachen widerspiegelt werden könnte. Diese Patentschriften werden von der Patentdatenbank des koreanischen Patentamtes ‚KIPRIS(KoreaIntelletual Property Rights Information Service)‘ zur Verfügung gestellt. Da in der Patentdatenbank KIPRIS deutsche Patentschriften sowie ihre entweder ins Englische oder übers Englische ins Koreanische übersetzte Fassungen angeboten werden, wäre es deshalb angebracht, nicht nur deutsche und koreanische, sondern auch englische Patenschriften in die Untersuchung heranzuziehen. Das Untesuchungsmaterial wurde aus einem inhaltlich verhältnismäßig breiten Spektrum der technischen Fachgebiete wie z. B. Elektrotechnik, Chemie, Medizin, Metalltechnik und Textiltechnik zusammengesetzt, um hinsichtlich der Makrostrutur und Mikrostruktur so weit wie möglich eine Themenabhängigkeit ausschließen zu können. Die Länge jeweiliger Patentschriften ist verschieden. Das ausgewählte deutsche Material enthält einen Umfang von ca. 95.916 Wörter, das koreanische etwa 73.402 Wörter und schließlich das englische umfasst ungefähr 79.153 Wörter.
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