사회적 금기의 예술적 형상화 -바그너의 음악극 『니벨룽의 반지』와 영화 『올드보이』에서의 ‘근친상간’ 모티프 연구
Untersuchung zur Darstellung des Inzestmotivs in Wagners Ring des Nibelungen und im Film Old Boy
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초록
In dieser Arbeit wird versucht, das Inzestmotiv in Wagners Ring des Nibelungen (1851-1874) und in dem koreanischen Film Oldboy (2003) vergleichend zu untersuchen, um eine Art und Weise der Darstellung des sozialen Tabus in der modernen Kunst festzustellen. Der Inzest ist eines des wenigen universellen Tabus der Menschheit. In der deutschen Literatur wird der vollzogene Inzest zwischen Verwandten meist hart bestraft. Dabei geht es um gesellschaftliche Praxis und nicht um naturrechtliche Prinzipien. Bei Wagner jedoch stellt sich der Inzest in einer neuen Bewertung dar. Noch in seinen Werken wie Die Feen (1833), Liebesverbot (1834) und Rienzi (1837/38) verliert das Tabu seine Kraft gegen den sich anbahnenden inzestuösen Konflikt nicht. Aber in seiner letzten Inzestgeschichte, in der ‘Walküre’ im Ring, erfährt das Inzesttabu eine vollkommene Wendung: Vor allem wird die Liebesbeziehung zwischen Siegmund und Sieglinde als freies, der inneren Notwendigkeit folgendes Handeln gerechtfertigt und als Bereicherung der Gesellschaft gepriesen. Der Inzest ist in Wagners Ring also nicht etwa Unnatur, sondern eher Natur im Widerspruch zum Sittengesetz, das aus dem Gebrauch und der Gewohnheit einer Kultur entsteht. Dies bedeutet, dass das Inzesttabu nach Wagner gesellschaftlich und nicht etwa naturrechtlich begründet ist. Wagner beurteilt über das soziale Tabu des Inzests in Bezug auf das Verhältnis von Individuum und Gesellschaft und übt dabei Kritik im Sinne der aufklärerischen Tradition am gegebenen Ordnungssystem. Auf diese Weise zeigt die Darstellung des Inzestmotivs im Ring das Wesen des sozialen Tabus bzw. der gesellschaftlichen Normen, mit denen das Individum in Konflikt geraten wird. Das Inzestmotiv nimmt auch in dem koreanischen Fim Oldboy insofern eine Schlüsselrolle ein, als der Verstoß des betreffenden Sozialtabus sowohl thematisch als auch strukturell den Film bestimmt. Die beiden Protagonisten erleiden die Macht des Sozialtabus. Das Gerücht über die inzestuöse Liebe führt bei Lee Woo-jin zum Tod seiner Schwester, was ihn zum Rachezug und schliesslich zum Selbstmord bringt. Der Verursacher des Gerüchts, Oh Dae-su, wird unwissend gefangen gehalten und dazu erzwungen, das Inzessttabu unwissentlich selbt zu begehen und daran erinnert zu werden. Beide Protagonisten sind letztendlich Opfer dieses Tabus. Auf diese Weise lässt uns der Film über den Charakter des Tabus bzw. der sozialen Ordnung nachdenken.In beiden ‘modernen’ Werken wird das Inzestmotiv sehr positiv eingesetzt, um Kritik am Staat, an der Gesellschaft, aber vor allem an den sozialen Normen auszuüben. Der Inzest selbst erscheint weder in Wagners Musikdrama noch in dem koreanischen Film als gesellschaftsgefährdend. Vielmehr wird gezeigt, dass das Inzesttabu, das sich als eine strenge Sozialnorm etabliert hat und zur festen Gewohnheit geworden ist, zerstörerisch auf das Individuum einwirken kann.
Abstract
In dieser Arbeit wird versucht, das Inzestmotiv in Wagners Ring des Nibelungen (1851-1874) und in dem koreanischen Film Oldboy (2003) vergleichend zu untersuchen, um eine Art und Weise der Darstellung des sozialen Tabus in der modernen Kunst festzustellen. Der Inzest ist eines des wenigen universellen Tabus der Menschheit. In der deutschen Literatur wird der vollzogene Inzest zwischen Verwandten meist hart bestraft. Dabei geht es um gesellschaftliche Praxis und nicht um naturrechtliche Prinzipien. Bei Wagner jedoch stellt sich der Inzest in einer neuen Bewertung dar. Noch in seinen Werken wie Die Feen (1833), Liebesverbot (1834) und Rienzi (1837/38) verliert das Tabu seine Kraft gegen den sich anbahnenden inzestuösen Konflikt nicht. Aber in seiner letzten Inzestgeschichte, in der ‘Walküre’ im Ring, erfährt das Inzesttabu eine vollkommene Wendung: Vor allem wird die Liebesbeziehung zwischen Siegmund und Sieglinde als freies, der inneren Notwendigkeit folgendes Handeln gerechtfertigt und als Bereicherung der Gesellschaft gepriesen. Der Inzest ist in Wagners Ring also nicht etwa Unnatur, sondern eher Natur im Widerspruch zum Sittengesetz, das aus dem Gebrauch und der Gewohnheit einer Kultur entsteht. Dies bedeutet, dass das Inzesttabu nach Wagner gesellschaftlich und nicht etwa naturrechtlich begründet ist. Wagner beurteilt über das soziale Tabu des Inzests in Bezug auf das Verhältnis von Individuum und Gesellschaft und übt dabei Kritik im Sinne der aufklärerischen Tradition am gegebenen Ordnungssystem. Auf diese Weise zeigt die Darstellung des Inzestmotivs im Ring das Wesen des sozialen Tabus bzw. der gesellschaftlichen Normen, mit denen das Individum in Konflikt geraten wird. Das Inzestmotiv nimmt auch in dem koreanischen Fim Oldboy insofern eine Schlüsselrolle ein, als der Verstoß des betreffenden Sozialtabus sowohl thematisch als auch strukturell den Film bestimmt. Die beiden Protagonisten erleiden die Macht des Sozialtabus. Das Gerücht über die inzestuöse Liebe führt bei Lee Woo-jin zum Tod seiner Schwester, was ihn zum Rachezug und schliesslich zum Selbstmord bringt. Der Verursacher des Gerüchts, Oh Dae-su, wird unwissend gefangen gehalten und dazu erzwungen, das Inzessttabu unwissentlich selbt zu begehen und daran erinnert zu werden. Beide Protagonisten sind letztendlich Opfer dieses Tabus. Auf diese Weise lässt uns der Film über den Charakter des Tabus bzw. der sozialen Ordnung nachdenken.In beiden ‘modernen’ Werken wird das Inzestmotiv sehr positiv eingesetzt, um Kritik am Staat, an der Gesellschaft, aber vor allem an den sozialen Normen auszuüben. Der Inzest selbst erscheint weder in Wagners Musikdrama noch in dem koreanischen Film als gesellschaftsgefährdend. Vielmehr wird gezeigt, dass das Inzesttabu, das sich als eine strenge Sozialnorm etabliert hat und zur festen Gewohnheit geworden ist, zerstörerisch auf das Individuum einwirken kann.
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