Der Widerspruch im entfremdeten Geist - Zur Genese des Gewissens in Hegels normativer Ontologie
The contradiction in the alienated spirit - the genealogy of consciousness in Hegel's normative ontology
Christian Spahn
초록
Hegel spricht bekanntlich von der Vernünftigkeit der Wirklichkeit, so dass seine Philosophie als normative oder paradigmatische Ontologie verstanden werden kann. Die These von der Vernünftigkeit der Wirklichkeit hat zwei Dimension, a) eine epistemisch-ontische, der zufolge die Welt in ihrem Inneren logisch oder ‘begrifflich’ ist, so dass unser Denken die Welt erkennen kann, und b) eine ethisch-ontische, der zufolge die Welt in ihrem Inneren gerechtfertigt ist, so dass unser Denken sich mit der Wirklichkeit versöhnen und diese anerkennen kann. In der analytischen Debatte um die Epistemologie ist jüngst verstärkt die erste epistemisch-ontische These von Hegel diskutiert worden. Dies wirft die Frage auf, ob auch die zweite These in analoger Weise rekonstruiert und aktualisiert werden kann. Der Text entwirft eine solche Rekonstruktion und Aktualisierung, die sich auf die Passagen zur Idee des Guten in der Logik und vor allem den Ausführungen zur ‘moralischen Weltanschauungen’ in der Phänomenologie bezieht. Mit einer solchen Rekonstruktion kann die ethisch-ontische These in einer minimalen Form aktualisiert werden, wobei jedoch die Fragen, ob Hegels maximale Intention der Vernunftigkeitsthese in analoger Weise aktualisiert werden kann, offen bleiben muss.