외디푸스의 모더니즘적 재발견 - 세기전환기 남성성의 위기와 빈 모더니즘의 외디푸스 담론 연구
Ödipus in Wien - Die Krise der Männlichkeit und der Ödipus-Diskurs in der Wiener Moderne
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초록
Zeiten gesellschaftlicher Umbrüche sind immer auch Zeiten der Neudefinition von Geschlechterverhältnissen. Und bei der Wiener Moderne handelt es sich um einen Zeitraum, in dem die herkömmlichen Geschlechterverhältnisse in Frage gestellt wurden, wodurch sich die Bedürfnisse, die scheinbar natürliche Grundlage der Genderidentität neu zu reflektieren, verstärkten. Die antike Figur des Ödipus wurde dabei neu entdeckt, sein tragisches Schicksal reinterpretiert und neuartig besetzt, was die vorliegende Arbeit als diskursive Prozedur, den modernen Mythos der Männlichkeit neuartig zu konstruieren, begreift. Sie zeigt anhand Hugo von Hofmannsthals Tragödie Ödipus und Sphinx und Sigmund Freuds Theorie des Ödipuskomplexes folgendes: Sowohl die Ödipustragödie als auch der Ödipuskomplex,der wie ein Drama konzipiert wird, haben außer der universellen Erzählstruktur, in der der uralten Frage danach nachgegangen wird, was der Mensch ist, eine verborgene narrative Struktur, durch die Männlichkeit und männliche Identität konstruiert werden. Hofmannsthals Ödipus träumt einen „Kindertraum„, einzig sich mit der einen Frau wie seine königliche Mutter zu verehelichen, was einen tödlichen Zweikampf gegen den väterlichen Rival bedeutet. Die Orakel bei Sophokles wird hierbei in den unbewussten Wunsch des Ödipus transformiert. Der „psychologische Turn„ solcher Art findet bekanntermaßen in Freud seinen Urheber. Freuds Theorie unternimmt die moderne Rekonstruktion der Ödipusgeschichte, um aus ihr ein erfolgreiches Modell des Erwerbs der männlichen Identität herzustellen. Freuds Ödipuskomplex bzw. die psychoanalytische Narrative des Ödipus stellt ein gewaltiges Projekt dar, die Instanz des Vaters wieder aufzurichten, welche ihrerseits wiederum der sich um diese Zeit auflösenden Männlichkeit eine imaginäre Identität zuzuweisen imstande sein soll.
Abstract
Zeiten gesellschaftlicher Umbrüche sind immer auch Zeiten der Neudefinition von Geschlechterverhältnissen. Und bei der Wiener Moderne handelt es sich um einen Zeitraum, in dem die herkömmlichen Geschlechterverhältnisse in Frage gestellt wurden, wodurch sich die Bedürfnisse, die scheinbar natürliche Grundlage der Genderidentität neu zu reflektieren, verstärkten. Die antike Figur des Ödipus wurde dabei neu entdeckt, sein tragisches Schicksal reinterpretiert und neuartig besetzt, was die vorliegende Arbeit als diskursive Prozedur, den modernen Mythos der Männlichkeit neuartig zu konstruieren, begreift. Sie zeigt anhand Hugo von Hofmannsthals Tragödie Ödipus und Sphinx und Sigmund Freuds Theorie des Ödipuskomplexes folgendes: Sowohl die Ödipustragödie als auch der Ödipuskomplex,der wie ein Drama konzipiert wird, haben außer der universellen Erzählstruktur, in der der uralten Frage danach nachgegangen wird, was der Mensch ist, eine verborgene narrative Struktur, durch die Männlichkeit und männliche Identität konstruiert werden. Hofmannsthals Ödipus träumt einen „Kindertraum„, einzig sich mit der einen Frau wie seine königliche Mutter zu verehelichen, was einen tödlichen Zweikampf gegen den väterlichen Rival bedeutet. Die Orakel bei Sophokles wird hierbei in den unbewussten Wunsch des Ödipus transformiert. Der „psychologische Turn„ solcher Art findet bekanntermaßen in Freud seinen Urheber. Freuds Theorie unternimmt die moderne Rekonstruktion der Ödipusgeschichte, um aus ihr ein erfolgreiches Modell des Erwerbs der männlichen Identität herzustellen. Freuds Ödipuskomplex bzw. die psychoanalytische Narrative des Ödipus stellt ein gewaltiges Projekt dar, die Instanz des Vaters wieder aufzurichten, welche ihrerseits wiederum der sich um diese Zeit auflösenden Männlichkeit eine imaginäre Identität zuzuweisen imstande sein soll.
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