Naturverständnis als Subjektivität - Eine ökologische Interpretation von Schellings Naturphilosophie
Naturverständnis als Subjektivität - Eine ökologische Interpretation von Schellings Naturphilosophie
조영준
초록
Der Aufsatz ist ein Versuch, die Naturphilosophie Schellings ökologisch zu interpretieren, mit dem Ziel, in der verzweifelten Situation der heutigen ökologischen krise eine neue Sichtweise und Einstellung des Menschen zur Natur zu etablieren. Ich betrachte daher Grundzüge und -struktur der Naturphilosophie Schellings, die sich auf seine frühen Werke konzentriert, und damit versuche ich, eine Überwindungsmöglichkeit der ökologischen Krise zu erkunden. Deshalb ist das Hauptanliegen dieser Untersuchung, ob Schellings Naturkonzept eine Alternative zu unserem heutigen Naturverständnis, d.h. der mechanistischen Naturauffassung sein kann. Der Ursprung der Naturphilosophie Schellings wird mit der Ontologisierung der Transzendentalphilosophie durch die kritische Auseinandersetzung mit Kant und Fichte begründet. Schelling sieht die Natur als der Inbegriff der das Ich ermöglichenden Bedingungen an und begreift als ein autonomes-absolutes Subjekt in ihrer unendlichen Produktivität. Die Natur als Subjekt wird hier als nicht ein Resultat äußerlicher Determination, sondern ein causa-sui-System verstanden. Deshalb wird sie als der „Spinozismus der Physik“ bezeichnet. Der Begriff der Natur als Subjekt hängt unmittelbar mit der Idee der Natur als Organismus zusammen. Daraus entsteht die organisch-ganzheitlichen Naturauffassung. Schellings gesamte Naturphilosophie basiert auf dem Gedanken einer Rekonstruktion der Natur unter dem Aspekt der Selbstorganisation, die von den niedrigsten Stufen bewussßloser Materie zu den höchsten Stufen selbstbewußten Geistes des Menschen reicht. Hier vollzieht sich die dynamische Entwicklung der Natur durch ihre eigenen Potenzen. In diesem Sinne steht Leben als zentraler Begriff in Zentrum seiner Naturphilosophie. Indem Schelling die Natur als ein eigenes Subjekt und damit Mensch sowie Natur als nur verschiedene Stufen einer Tätigkeit betrachtet, gibt er uns eine Möglichkeit, das gegensätzliche Verhältnis zwischen Mensch und Natur zu überwinden. Aus diesem Grunde wird sener Naturphilosophie im Sinne eines Rezeptes gegen die ökologische Krise als der Versuch der Begründung eines anderen Naturbegriffs und einer neuen Natur-Ethik interpretiert.