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독일어와 한국어 진행상 표현의 용법과 문법화에 대한 비교 연구

Zur Verwendung und Grammatikalisierung des progressiven Aspekts im Deutschen und Koreanischen

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주제분류독일어와문학

초록

Im Gegensatz zum Koreanischen hat sich im Deutschen der progressive Aspekt nicht als eine grammatische Kategorie manifestiert. Koreanisch verfügt über grammatische Mittel zum Ausdruck des progressiven Aspekts (‘-ko issta’ und ‘-cungita’). Im Deutschen kann eine progressive Situation entweder lexikalisch (z.B. eben, gerade, jetzt, noch usw.) oder durch eine periphrastische Konstruktion ausgedrückt werden. Zu den letzteren gehören die präpositionalen Verbindungen ‘am/beim/im + Infinitiv’. Die vorliegende Arbeit beschäftigt sich mit dem Gebrauch und Gramatikalisierungsphänomenen der progressiven Ausdrucksmittel in beiden Sprachen, und fokussiert auf die Konstruktion ‘am-Infinitiv’ und ‘-ko issta’. Im heutigen Deutsch ist die sog. Rheinische Verlaufsform ‘am-Infinitiv’ unter den periphrastischen Konstruktionen am meisten verbreitet. Es ist festzustellen, dass die Konstruktion ‘am-Infinitiv’ auf dem Wege der Grammatikalisierung ist, auch wenn sie in vielen Grammatiken und linguistischen Arbeiten als regionale bzw. umgangssprachliche Varietät behandelt wird. Auf dem Wege der Grammatikalisierung weist die Verlaufsform ‘am-Infinitiv’ Desemantisierung, phonologische Abschleifung, zunehmende Paradigmatizität und Fügungsenge auf. Der Prozess der Grammatikalisierung ist in vier Stufen zu unterscheiden, nämlich in [am + Infinitiv (intr. V)] < [am + NV (Komposition)] < [am + N + tr. V (Inkorporation)] < [NP + am + tr. V]. Die ersten zwei Stufen (z.B. Er ist am Essen und Er ist am Kuchenessen) sind überregional verbreitet und standardsprachlich akzeptiert, während die letzten zwei Stufen (z.B. Peter ist am Wohnung suchen und Peter ist eine Wohnung am suchen) als regionale Varietät hauptsächlich im Rheinischen gebräuchlich sind. Die koreanische Verlaufsform ‘-ko issta’ ist ein Produkt der Grammatikalisierung, in deren Verlauf eine Reanalyse stattgefunden hat. Dabei hat sich das Existenzverb ‘issta’ zu einem Hilfsverb entwickelt. Somit ist der Progressiv im Koreanischen völlig in die grammatische Kategorie (bzw. ins Tempus-Aspekt-Paradigma) integriert. Aber natürlich zeigen sich auch Desemantisierung und zunehmende Fügungsenge von ‘-ko issta’. Im Vergleich zu der deutschen Verlaufsform ‘am-Infinitiv’ sind im Koreanischen ‘-ko issta’ und ‘-cungita’ viel stärker grammatikalisiert, so dass in allen progressiven Kontexten deren grammatische Markierung obligatorisch ist. Trotz des unvollkommenen grammatischen Status der Verlaufsform ‘am-Infinitiv’ stellt deren grammatische Entwicklung eine Bereicherung der verbalen Flexionskategorie dar. Dies zeigt aber ein interessantes gegenphasiges Phänomen des Sprachwandels, denn im heutigen Deutsch zeigt sich tendenziell die Vereinfachung des verbalen Systems (z.B. Übergang starker Verben in die Klasse der schwachen Verben, Verdrängung der Konjunktive aus der indirekten Rede, Verdrängung des Präteritums durch das Perfekt).

Abstract

Im Gegensatz zum Koreanischen hat sich im Deutschen der progressive Aspekt nicht als eine grammatische Kategorie manifestiert. Koreanisch verfügt über grammatische Mittel zum Ausdruck des progressiven Aspekts (‘-ko issta’ und ‘-cungita’). Im Deutschen kann eine progressive Situation entweder lexikalisch (z.B. eben, gerade, jetzt, noch usw.) oder durch eine periphrastische Konstruktion ausgedrückt werden. Zu den letzteren gehören die präpositionalen Verbindungen ‘am/beim/im + Infinitiv’. Die vorliegende Arbeit beschäftigt sich mit dem Gebrauch und Gramatikalisierungsphänomenen der progressiven Ausdrucksmittel in beiden Sprachen, und fokussiert auf die Konstruktion ‘am-Infinitiv’ und ‘-ko issta’. Im heutigen Deutsch ist die sog. Rheinische Verlaufsform ‘am-Infinitiv’ unter den periphrastischen Konstruktionen am meisten verbreitet. Es ist festzustellen, dass die Konstruktion ‘am-Infinitiv’ auf dem Wege der Grammatikalisierung ist, auch wenn sie in vielen Grammatiken und linguistischen Arbeiten als regionale bzw. umgangssprachliche Varietät behandelt wird. Auf dem Wege der Grammatikalisierung weist die Verlaufsform ‘am-Infinitiv’ Desemantisierung, phonologische Abschleifung, zunehmende Paradigmatizität und Fügungsenge auf. Der Prozess der Grammatikalisierung ist in vier Stufen zu unterscheiden, nämlich in [am + Infinitiv (intr. V)] < [am + NV (Komposition)] < [am + N + tr. V (Inkorporation)] < [NP + am + tr. V]. Die ersten zwei Stufen (z.B. Er ist am Essen und Er ist am Kuchenessen) sind überregional verbreitet und standardsprachlich akzeptiert, während die letzten zwei Stufen (z.B. Peter ist am Wohnung suchen und Peter ist eine Wohnung am suchen) als regionale Varietät hauptsächlich im Rheinischen gebräuchlich sind. Die koreanische Verlaufsform ‘-ko issta’ ist ein Produkt der Grammatikalisierung, in deren Verlauf eine Reanalyse stattgefunden hat. Dabei hat sich das Existenzverb ‘issta’ zu einem Hilfsverb entwickelt. Somit ist der Progressiv im Koreanischen völlig in die grammatische Kategorie (bzw. ins Tempus-Aspekt-Paradigma) integriert. Aber natürlich zeigen sich auch Desemantisierung und zunehmende Fügungsenge von ‘-ko issta’. Im Vergleich zu der deutschen Verlaufsform ‘am-Infinitiv’ sind im Koreanischen ‘-ko issta’ und ‘-cungita’ viel stärker grammatikalisiert, so dass in allen progressiven Kontexten deren grammatische Markierung obligatorisch ist. Trotz des unvollkommenen grammatischen Status der Verlaufsform ‘am-Infinitiv’ stellt deren grammatische Entwicklung eine Bereicherung der verbalen Flexionskategorie dar. Dies zeigt aber ein interessantes gegenphasiges Phänomen des Sprachwandels, denn im heutigen Deutsch zeigt sich tendenziell die Vereinfachung des verbalen Systems (z.B. Übergang starker Verben in die Klasse der schwachen Verben, Verdrängung der Konjunktive aus der indirekten Rede, Verdrängung des Präteritums durch das Perfekt).

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