세기전환기 문학 속의 성(性)- 세기전환기 문학 속에 나타난 유미주의적 삶과 성의 대립
Schoene Keuschheit und unertraegliche Sexualitaet- Der Gegensatz zwischen aesthetizistischem Leben und Sexualitaet in der deutschen Literatur um 1900
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Um 1900 wurde die bislang in der deutschen Literatur nahezu tabuisierte Thematik der Sexualität als Gegenstand der literarischen Darstellung entdeckt, wie viele prosaische bzw. dramatische Werke der Zeit, u.a. Arthur Schnitzlers Reigen (1896/97), Frank Wedekinds Frühlingserwachen (1891), Stanislaw Przybyszewskis Totenmesse (1895), Heinrich Manns Göttinnen (1902) und Thomas Manns Wälsungenblut (1906), beweisen. Charakteristisch dabei ist, dass der Sexualtrieb des Menschen nun nicht mehr aus der Sicht der moralischen Konventionen betrachtet, sondern vielmehr als etwas Natürliches verstanden wird, das jenseits der Moral existiert. So lassen sich in der Literatur um die vorletzte Jahrhundertwende einerseits provokativ offene Darstellungen der Sexualität finden, andererseits aber auch die unmittelbare Thematisierung des Gegensatzes zwischen Sexualtrieb und Moral, d.h. zwischen dem natürlichen Trieb des Menschen und der triebregulierenden Kultur. Ein interessantes Beispiel hierfür bietet Harmonie von Eduard von Keyserling: In der 1905 erschienenen Erzählung wird geschildert, wie Annemarie, die Tochter einer hochkultivierten aristokratischen Familie, die ein rein ästhetizistisch orientiertes Leben führt, alles Natürliche, also jegliche Körperlichkeit bzw. Sexualität und schließlich das Leben selber ablehnt. Hier zeigt sich deutlich der typische antrophologische Kontext der Zeit, in dem die Sexualität betrachtet und dargestellt wurde. Der Sexualtrieb symbolisiert die natürliche Seite des Menschen und damit auch die wesentliche Lebenskraft, die ihm im Laufe des langen Kultivierungsprozesses verloren gegangen ist, während das ästhetizistische Leben für die reine, keusche Schönheit steht, die aber zugleich zu Unfruchtbarkeit und Lebensuntüchtigkeit führt.
참고문헌 (19)
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