Die Diskreditierung der Figur des Idealisten – untersucht bei Schiller, Kleist, Eichendorff und Raabe
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초록
Anhand von vier zum Literaturkanon gehörenden Werken der Neueren Deutschen Literatur in der Zeitspanne von 1781 bis 1896 werden, nach einem Blick auf die Philosophie des Äthetischen Idealismus, deren Verfechter Schiller war, unterschiedliche Ausprägungen der Rolle des Idealisten beleuchtet. Dabei zeigt sich, wie sehr die vier Autoren sowohl den philosophischen Diskurs ihrer Zeit als auch den historischen Hintergrund für die Darstellungen ihres jeweiligen Idealisten nutzen. Dessen Weigerung, die Zwänge der sich modernisierenden, bürgerlichen Gesellschaft zu akzeptieren, und stattdessen seine Bereitschaft, für Ideale und Prinzipien einzustehen, provozieren Konflikte, die entweder in offenen Kampf oder in den Eskapismus münden. Die erste Variante wird an Friedrich Schillers Drama Die Räuber (1781) und an Heinrich von Kleists Novelle Michael Kohlhaas (1810) geschildert, die zweite Variante an Joseph von Eichendorffs Erzählung Aus dem Leben eines Taugenichts (1826) sowie an dem Roman Die Akten des Vogelsangs (1896) von Wilhelm Raabe. In der Zusammenschau solch unterschiedlicher Autoren und Textgattungen wird deutlich, wie die ursprüngliche kraftvolle Rebellion der kraftlosen Resignation und Realitätsferne weicht: ein Ausdruck der Diskreditierung der Figur des Idealisten. Der Hintergrund dieser Diskreditierung ist der philosophische „Titanenkampf“ zweier Monismen, nämlich des Idealismus und des Materialismus, der im Triumph des Materialismus endet, der im Laufe des 19. Jahrhundert zunehmend das Selbstverständnis der Menschen prägt und Ausdruck des Lebensgefühls vor allem des Bürgertums ist.
Abstract
Anhand von vier zum Literaturkanon gehörenden Werken der Neueren Deutschen Literatur in der Zeitspanne von 1781 bis 1896 werden, nach einem Blick auf die Philosophie des Äthetischen Idealismus, deren Verfechter Schiller war, unterschiedliche Ausprägungen der Rolle des Idealisten beleuchtet. Dabei zeigt sich, wie sehr die vier Autoren sowohl den philosophischen Diskurs ihrer Zeit als auch den historischen Hintergrund für die Darstellungen ihres jeweiligen Idealisten nutzen. Dessen Weigerung, die Zwänge der sich modernisierenden, bürgerlichen Gesellschaft zu akzeptieren, und stattdessen seine Bereitschaft, für Ideale und Prinzipien einzustehen, provozieren Konflikte, die entweder in offenen Kampf oder in den Eskapismus münden. Die erste Variante wird an Friedrich Schillers Drama Die Räuber (1781) und an Heinrich von Kleists Novelle Michael Kohlhaas (1810) geschildert, die zweite Variante an Joseph von Eichendorffs Erzählung Aus dem Leben eines Taugenichts (1826) sowie an dem Roman Die Akten des Vogelsangs (1896) von Wilhelm Raabe. In der Zusammenschau solch unterschiedlicher Autoren und Textgattungen wird deutlich, wie die ursprüngliche kraftvolle Rebellion der kraftlosen Resignation und Realitätsferne weicht: ein Ausdruck der Diskreditierung der Figur des Idealisten. Der Hintergrund dieser Diskreditierung ist der philosophische „Titanenkampf“ zweier Monismen, nämlich des Idealismus und des Materialismus, der im Triumph des Materialismus endet, der im Laufe des 19. Jahrhundert zunehmend das Selbstverständnis der Menschen prägt und Ausdruck des Lebensgefühls vor allem des Bürgertums ist.
참고문헌 (17)
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- Beckermann, Ansgar, "Das Leib-Seele-Problem. Eine Einführung in die Philosophie des Geistes" (2008)
- Brand, Tilman von, "Heinrich von Kleist: Michael Kohlhaas" (2007)
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- Knaup, Marcus, "Leib und Seele oder mind and brain? Zu einem Paradigmenwechsel im Menschenbild der Moderne" (2013)
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- Schwanenberg-Liebert, Claudia, "Von der Gemeinschaft zur Einsamkeit. Studien zum Auftreten eines literatursoziologischen Phänomens im Werk Wilhelm Raabes" (1992)
- Sprengel, Peter, "Geschichte der deutschsprachigen Literatur 1870–1900. Von der Reichsgründung bis zur Jahrhundertwende" (1998)
- Störig, Hans-Joachim, "Kleine Weltgeschichte der Philosophie" (1987)
