생의 양극적 단일성 - 헤르만 헤세의 노년의 시
Polare Einheit des Lebens - Hermann Hesses Alterslyrik
0
조회
0
다운로드
1
인용
0
참고문헌
키워드
초록
Als Lyriker war Hermann Hesse um die Jahrhundertwende angetreten, und Gedichte sind es auch, mit denen sein Lebenswerk im Sommer 1962 ausklingt. Ungefähr 1500 Gedichte hat er in diesen sechs Jahrzehnten geschrieben und rund 800 davon in seine fünfzehn verschiedenen Gedichtsammlungen aufgenommen. Sein lyrisches Schaffen entwickelt sich in drei unterschiedlichen Perioden, und zwar von 1895 bis 1916, von 1917 bis 1929 und von 1930 bis zum Tod des Dichters im Jahre 1962. Jede Periode zeigt die verschiedene Stufe seiner Auseinandersetzung mit sich selbst und dem Leben und spiegelt jeweils andere Phase in Substanz sowie in Form seiner Verse wider. In der vorliegenden Arbeit setzt sich der Verfasser zum Ziel, das lyrische Schaffen in Hesses dritter Periode, vor allem seine Alterslyrik ab 1940, anhand einiger Schlüsselgedichte zu charakterisieren. Hesses Gedichte der dritten Periode stehen im Zeichen einer neuen Weisheit sowie neuer geistigen Harmonie und Gelassenheit. Von ihnen aus gesehen erscheinen die letzten Gedichte der zweiten Periode als reinigende Vorstufe einer geläuterten Melodik, einer erneuten sublimen Hinwendung zum Lied, dem ureigensten Instrument des Dichters. Seine Verse verweben nun alle Züge der reifen Meisterschaft: Einfachheit mit dem feinen Gefühl für Nuancen, warme Farben mit dem deutenden Strahl des Geistes und das sinnenfreudige Weltbild, das die reinliche Struktur des Kosmos scheinen lässt. Bei der Bewertung von Hesses Lyrik gilt es, sie zunächst in ihrem Selbstverständnis zu sehen. Seine Lyrik steht in der bewussten Nachfolge der deutschen Klassik und Romantik. Das Insistieren auf der Tradition ergibt sich jedoch nicht aus unkritischem Epigonentum, sondern aus tiefer Skepsis gegen arbiträre Kunstproduktion und aus dem Willen zum artistisch ausgefeilten Wortkunstwerk. Diese formale Traditionsgebundenheit gilt jedoch nicht ganz so für die Substanz und die Inhalte seiner Gedichte, denn Hesses Lyrik zeigt, neben überlieferten romantischen Motiven, auch eine Reihe von ganz neuartigen modernen Themen, die, neben dem völlig musikalischen Sprachgebrauch, den individuellen Charakter seiner Gedichte ausmachen. Hesses Gedichte, besonders seine Altersgedichte mit ihrem zentralen Leitmotiv der polaren Einheit des Lebens und ihrer großen Sprachkunst des einfachen Ausdrucks, dürfen also eine ganz eigenständige und bedeutende Stellung in der deutschen Lyrikgeschichte beanspruchen.
Abstract
Als Lyriker war Hermann Hesse um die Jahrhundertwende angetreten, und Gedichte sind es auch, mit denen sein Lebenswerk im Sommer 1962 ausklingt. Ungefähr 1500 Gedichte hat er in diesen sechs Jahrzehnten geschrieben und rund 800 davon in seine fünfzehn verschiedenen Gedichtsammlungen aufgenommen. Sein lyrisches Schaffen entwickelt sich in drei unterschiedlichen Perioden, und zwar von 1895 bis 1916, von 1917 bis 1929 und von 1930 bis zum Tod des Dichters im Jahre 1962. Jede Periode zeigt die verschiedene Stufe seiner Auseinandersetzung mit sich selbst und dem Leben und spiegelt jeweils andere Phase in Substanz sowie in Form seiner Verse wider. In der vorliegenden Arbeit setzt sich der Verfasser zum Ziel, das lyrische Schaffen in Hesses dritter Periode, vor allem seine Alterslyrik ab 1940, anhand einiger Schlüsselgedichte zu charakterisieren. Hesses Gedichte der dritten Periode stehen im Zeichen einer neuen Weisheit sowie neuer geistigen Harmonie und Gelassenheit. Von ihnen aus gesehen erscheinen die letzten Gedichte der zweiten Periode als reinigende Vorstufe einer geläuterten Melodik, einer erneuten sublimen Hinwendung zum Lied, dem ureigensten Instrument des Dichters. Seine Verse verweben nun alle Züge der reifen Meisterschaft: Einfachheit mit dem feinen Gefühl für Nuancen, warme Farben mit dem deutenden Strahl des Geistes und das sinnenfreudige Weltbild, das die reinliche Struktur des Kosmos scheinen lässt. Bei der Bewertung von Hesses Lyrik gilt es, sie zunächst in ihrem Selbstverständnis zu sehen. Seine Lyrik steht in der bewussten Nachfolge der deutschen Klassik und Romantik. Das Insistieren auf der Tradition ergibt sich jedoch nicht aus unkritischem Epigonentum, sondern aus tiefer Skepsis gegen arbiträre Kunstproduktion und aus dem Willen zum artistisch ausgefeilten Wortkunstwerk. Diese formale Traditionsgebundenheit gilt jedoch nicht ganz so für die Substanz und die Inhalte seiner Gedichte, denn Hesses Lyrik zeigt, neben überlieferten romantischen Motiven, auch eine Reihe von ganz neuartigen modernen Themen, die, neben dem völlig musikalischen Sprachgebrauch, den individuellen Charakter seiner Gedichte ausmachen. Hesses Gedichte, besonders seine Altersgedichte mit ihrem zentralen Leitmotiv der polaren Einheit des Lebens und ihrer großen Sprachkunst des einfachen Ausdrucks, dürfen also eine ganz eigenständige und bedeutende Stellung in der deutschen Lyrikgeschichte beanspruchen.
참고문헌 (24)
- Andrews, R. C., "German Life and Letters, 7", pp.117~127 (1953)
- Baumann, Günter, "Hermann Hesse. Dichter und Weiser" (1977)
- Bender, Hans, "1000 Deutsche Gedichte und ihre Interpretationen. Von Arno Holz bis Rainer Maria Rilke" (1994)
- Carlsson, Anni, "Zur Gesamtausgabe von Hermann Hesses Gedichten", Neue Schweizer Rundschau, 11(2), pp.109~121 (1943)
- Field, George Wallis, "Hermann Hesse. Kommentar zu Hermann Hesses Werken" (1977)
- Gommen, Dorothee, "Polaritätsstrukturen im Werk Hermann Hesses" (2006)
- Hafner, Gotthilf, "Ein Dichterbildnis" (1970)
- Hesse, Hermann, "Gesammelte Werke" (1970)
- Hesse, Hermann, "Zusammengestellt von Hermann Hesse und Ninon Hesse" (1976)
- Hesse, Hermann, "Neu eingerichtet und um Gedichte aus dem Nachlaß erweitert von Volker Michels" (1977)
- Hesse, Hermann, "In Zusammenarbeit mit Heiner Hesse" (1979)
- Hesse, Hermann, "In Zusammenarbeit mit Heiner Hesse" (1981)
- Hesse, Hermann, "Sämtliche Werke, 20 Bde und ein Registerband" (2002)
- Hsia, Adrian, "Darstellungen, Materialien und Interpretation" (1970), Darstellungen
- Kempkes, Werner, "Hermann Hesses lyrischer Stil" (1952)
- Michels, Volker, "Hermann Hesse. Die Welt der Bücher. Betrachtungen und Aufsätze zur Literatur" (1977)
- Mileck, Joseph, "The Poetry of Hermann Hesse", Monatshefte, 46, pp.192~198 (1954)
- Nickel, Werner, "Die Lieblingsgedichte der Deutschen" (2011)
- Reich-Ranicki, Marcel, "Von Arno Holz bis Rainer Maria Rilke. Frankfurt am Main und Leipzig" (1994)
- Schneider, Christian Immo, "Hermann Hesse" (1991)
- Spycher, Peter, "Eine Wanderung durch Hermann Hesses Lyrik" (1990)
- Unseld, Siegfried, "Hermann Hesse. Werk und Wirkungsgeschichte" (1985)
- Ursula, "Hermann Hesse-R.J. Humm Briefwechsel" (1977)
- Zeller, Bernhard, "Hermann Hesse. Mit Selbstzeugnissen und Bilddokumenten" (1977)
