한국에서의 독일 소설 연구 50년
Der deutsche Roman im Spiegel der Germanistik in Korea
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초록
Der vorliegende Artikel zeichnet die Hauptlinien der germanistischen Forschung zum deutschen Roman in Korea nach. Dabei wird chronologisch eine Anfangs- und Reifungsphase bis Ende der 1970er Jahre, eine Entwicklungs- und Erweiterungsphase von 1980 bis 1995 und eine Umorientierungsphase seit 1996 unterschieden. In die erste Phase fallen die Gründung der Germanistikabteilungen an verschiedenen Universitäten (z. B. 1946 an der National-Universität Seoul), wo sich sukzessive produktive Forschungsmilieus entwickeln. Außerdem wird 1958 die “Koreanische Gesellschaft für Germanistik” gegründet, 1959 folgt die erste Ausgabe der Zeitschrift “Dogilmunhak”. Die wichtigsten Forschungsobjekte in dieser Zeit sind die Werke deutscher Romanciers, vor allem von Hermann Hesse, Franz Kafka und Thomas Mann. Forschungsmethodisch gesehen dominiert in dieser Anfangsphase die ‘werkimmanente Interpretation’. In der 2. Phase nimmt die germanistische Forschung in Korea eine schnelle quantitative und qualitative Entwicklung: Zahlreiche Abteilungen für Germanistik werden an Universitäten neu eingerichtet, die bestehenden oftmals erweitert. Zur “Koreanischen Gesellschaft für Germanistik” kommen weitere wissenschaftliche Vereinigungen wie die “Koreanische Gesellschaft für Deutsche Sprache und Literatur”, die “Koreanische Gesellschaft für Deutsche Sprach- und Literaturwissenschaft” und die “Koreanische Gesellschaft für Didaktik der deutschen Sprache und Literatur” sowie dichterspezifische germanistische Gesellschaften, etwa zu Goethe, Büchner oder Kafka. Ab 1980 steigt auch die Zahl der veröffentlichten Dissertationen, Monografien und Aufsätze signifikant an. Zu den bereits in der ersten Phase genannten Autoren, die auch in dieser Zeit beliebt bleiben, gesellen sich etwa Theodor Fontane und Heinrich Böll. Neben der ‘werkimmanenten Interpretation’ wird nun die Kultur der beherrschende methodische Ansatz. Etwa ab Mitte der 90er Jahre erweitert sich das Forschungsinteresse bei einer gleichzeitigen institutionellen Umgestaltung des koreanischen Universitätsystems zu Lasten der Germanistik. Neuere Forschungsthemen sind nun beispielsweise die Literatur der früheren DDR (Christa Wolf), feministische Schriftstellerinen (Elfriede Jelinek, Ingeborg Bachmann), die ‘Neue-Generation-Dichter’ (Thomas Brussig) und auch die Literaturverfilmung (Elfriede Jelinek).
Abstract
Der vorliegende Artikel zeichnet die Hauptlinien der germanistischen Forschung zum deutschen Roman in Korea nach. Dabei wird chronologisch eine Anfangs- und Reifungsphase bis Ende der 1970er Jahre, eine Entwicklungs- und Erweiterungsphase von 1980 bis 1995 und eine Umorientierungsphase seit 1996 unterschieden. In die erste Phase fallen die Gründung der Germanistikabteilungen an verschiedenen Universitäten (z. B. 1946 an der National-Universität Seoul), wo sich sukzessive produktive Forschungsmilieus entwickeln. Außerdem wird 1958 die “Koreanische Gesellschaft für Germanistik” gegründet, 1959 folgt die erste Ausgabe der Zeitschrift “Dogilmunhak”. Die wichtigsten Forschungsobjekte in dieser Zeit sind die Werke deutscher Romanciers, vor allem von Hermann Hesse, Franz Kafka und Thomas Mann. Forschungsmethodisch gesehen dominiert in dieser Anfangsphase die ‘werkimmanente Interpretation’. In der 2. Phase nimmt die germanistische Forschung in Korea eine schnelle quantitative und qualitative Entwicklung: Zahlreiche Abteilungen für Germanistik werden an Universitäten neu eingerichtet, die bestehenden oftmals erweitert. Zur “Koreanischen Gesellschaft für Germanistik” kommen weitere wissenschaftliche Vereinigungen wie die “Koreanische Gesellschaft für Deutsche Sprache und Literatur”, die “Koreanische Gesellschaft für Deutsche Sprach- und Literaturwissenschaft” und die “Koreanische Gesellschaft für Didaktik der deutschen Sprache und Literatur” sowie dichterspezifische germanistische Gesellschaften, etwa zu Goethe, Büchner oder Kafka. Ab 1980 steigt auch die Zahl der veröffentlichten Dissertationen, Monografien und Aufsätze signifikant an. Zu den bereits in der ersten Phase genannten Autoren, die auch in dieser Zeit beliebt bleiben, gesellen sich etwa Theodor Fontane und Heinrich Böll. Neben der ‘werkimmanenten Interpretation’ wird nun die Kultur der beherrschende methodische Ansatz. Etwa ab Mitte der 90er Jahre erweitert sich das Forschungsinteresse bei einer gleichzeitigen institutionellen Umgestaltung des koreanischen Universitätsystems zu Lasten der Germanistik. Neuere Forschungsthemen sind nun beispielsweise die Literatur der früheren DDR (Christa Wolf), feministische Schriftstellerinen (Elfriede Jelinek, Ingeborg Bachmann), die ‘Neue-Generation-Dichter’ (Thomas Brussig) und auch die Literaturverfilmung (Elfriede Jelinek).
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