“피로사회”를 넘어-무질의 『특성 없는 남자』를 중심으로 살펴본 활동적 삶과 관조적 삶
Jenseits der “Müdigkeitsgesellschaft” -Vita activa und Vita contemplativa in Robert Musils Der Mann ohne Eigenschaften (1930/32)
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초록
최근 재독 철학자 한병철의 짧은 철학 에세이 『피로사회 Müdigkeitsgesellschaft』 (2010)는 독일은 물론이고 한국에서도 베스트셀러의 대열에 오르면서 큰 공감을 불러일으켰다. 한병철은 이 책에서 두 가지 종류의 “피로사회”를 언급한다. 우선 그는 첫번째 의미의 “피로사회”의 은유로 프로메테우스를 드는데, “후기근대의 프로메테우스는 자기착취의 주체로서 끝없는 피로에 사로잡혀 있다”(Han 2010, 5).1) 한병철은 21세기를 더 이상 “복종하는 주체”의 “규율사회 Disziplinargesellschaft”(Michel Foucault)가아니라, “성과주체”의 “성과사회 Leistungsgesellschaft”(Han 2010, 19)로 진단한다. 규율사회가 “금지, 계명, 법칙”이라는 “부정성”을 통해 규정되었다면, 성과사회에서는 “프로젝트, 자기주도, 동기” 등, “나는 할 수 있다”로 요약되는 “긍정성”이 들어선다(Han 2010, 20). 그러나 “자유롭다고 공상하는 성과주체는 사실상 프로메테우스처럼 묶여있다”(Han 2010, 5). 한병철의 책이 불러일으킨 폭발적인 관심은 성장과 성과를 제일로 하는 독일 및 한국사회의 뇌관을 건드렸기 때문이라 하겠다. 나아가 이 책의 미덕은 후기근대사회를 지칭하는 “피로사회”의 해결책으로서 또 다른 “피로사회”를 제시한다는 점이다. 한병철은 카프카의 미완성 단편 「프로메테우스 Prometeus」에서 나타나는 피로를 “거침없는 무장에 의해서가 아니라, 자아의 평화로운 무장해제로부터 오는피로”, “치유하는 피로”(Han 2010, 6)라 부르며 또 다른 “피로사회”를 보여준다.
Abstract
"Dass dem kleinen Büchlein Müdigkeitsgesellschaft, einem philosophischen Essay von Byung-Chul Han, sowohl in Deutschland als auch in Korea so großer Erfolg beschert war, liegt an der Aussagekraft seiner These, dass die postmoderne Gesellschaft eine “Leistungsgesellschaft” ist, deren Subjekte dauernd von Müdigkeit gefesselt sind. Unruhe und Hast des postmodernen Menschen, auf die die Müdigkeit zurückzuführen ist, stehen nach Han auch für eine Zeitkrise, deren Ursache nicht die erhöhte “Geschwindigkeit”, sondern die fehlende Spannung in der geschichtlichen Zeit ist. Ohne ein Ziel schwirrt die Zeit richtungslos. Han schlägt als Lösung hierfür eine andere Müdigkeit, nämlich die “heilende Müdigkeit” vor. Mit diesem Vorschlag schließt sich Han an die bis zu Aristoteles zurückreichende Diskussion über die zwei Lebensformen Vita activa und Vita contemplativa und den Primat dieser gegenüber jener an. Aber zugleich wendet sich Han damit aber auch gegen Hannah Arendts Postulat, daß die müde Arbeitsgesellschaft, in der die Menschen zum ‘Animal laborans’ degradiert sind, nur durch den aktiven Eingriff der Menschen durchbrochen werden kann. Musils Roman Der Mann ohne Eigenschaften lässt sich ohne große Mühe ebenfalls dieser Debatte einfügen, denn das Anliegen der Hauptfigur Ulrich ist in voller Anspielung auf Aristoteles nichts anderes als “die Frage des rechten Lebens”. Musil beginnt den Roman mit der Schilderung der modernen Welt, die sich als Zeit des “rasenden Stillstands” charakterisieren lässt, was sich mit Han als ein Zeichen der fehlenden Richtung in der Geschichtszeit interpretieren läßt. Auch vergleicht Musil ganz im Sinne von Arendt diese müde Arbeitsgesellschaft mit einem “Bienenstaat” und einem “Ameisenbau”. Ulrich ist mit seinem “Möglichkeitssinn” ein “Aktivist”, der die Wirklichkeit als “Aufgabe” betrachtet und ihr mit “Bauwillen” begegnet. Und gerade dieser Möglichkeitssinn läßt ihn aus der Arbeitsgesellschaft aussteigen, nachdem er eingesehen hat, dass das menschliche Handeln über das Herstellen zur Arbeit geworden ist. Ulrichs “Urlaub vom Leben” bedeutet zwar das Aufhören mit der Arbeit, aber darum noch keine Hinwendung zur Vita contemplativa. Denn Ulrich widmet sich im Folgenden dem “Gedankenexperiment” und das Denken gehört zwar bei Aristoteles zur theoretischen Vernunft, aber anders als die Betrachtung zielt es weiter auf die Veränderung der Welt und ist in dem Sinne ein Handeln. Ulrich experimentiert gedanklich mit den “besten Arten, Mensch zu sein”, und es entstehen dadurch die “Utopie des exakten Lebens” und “die des Essayismus”. Aber er findet keinen Weg von der Theorie zum Handeln, weil seine auf dem Verfahren der Naturwissenschaft basierenden Utopien keine endgültige Wahrheit, ohne die jeder Anfang nur eine neue Unruhe stiften würde, zulassen. Als Ingenieur, also Homo faber, hat Ulrich nach dem Prinzip der Nützlichkeit alle alten metaphysischen und moralischen Werte entwertet, ohne einen Ersatz dafür gefunden zu haben. So sieht er am Ende seines Gedankenexperiments nur die “Unmöglichkeit” des Handelns ein. Nach dem Scheitern der Vita activa bleibt Ulrich nur die Wahl zwischen “Selbstmord” und Vita contemplativa als letzter Versuch übrig. Die Vita contemplativa, die aber bei Musil die Bezeichnung “anderer Zustand” erhält, scheint Ulrich durch die Begegnung mit seiner Schwester Agathe greifbar. Dieser Zustand des Haltens und Schauens entspricht genau den Grundzügen der “fundamentalen Müdigkeit” von Handke, auf die auch Hans Müdigkeitsbegriff rekurriert. Ulrich erblickt in dem “anderen Zustand” die bisher fehlende Idee, eine Wahrheit. Aber man darf trotzdem nicht den voreiligen Schluss daraus ziehen, dass Ulrich sich nun ausschließlich der Vita contemplativa widmet, weil der “andere Zustand” dem “Stilleben” ähnelt und damit dem Tod: Das menschliche Leben kann nicht nur aus den “Dauerferien” bestehen. Außerdem sagt Ulrich, dass der Mann “ohne Eigenschaften” sowohl ein “Aktivist” als auch “Nihilist” – je nach der Situation – ist. Also scheint eine Rückkehr zum Handeln nicht ausgeschlossen zu sein. Das schwebende Ende des Romans erlaubt es, keine Form, weder Vita activa und noch contemplativa, zu verabsolutieren."
참고문헌 (12)
- Musil, Robert, "Der Mann ohne Eigenschaften", pp.1978~ (1932), Rowohlt
- 신지영, "로베르트 무질의 『특성 없는 남자』에 나타난 유토피아 구상과 그 이념사적 위상", 독일어문화권연구, 11(4), pp.101~123 (2007), 독일어문화권연구소
- 2013, , ~
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- Arendt, Hannah, "Vita activa oder vom tätigen Leben" (2002), Piper
- Bohrer, Karl Heinz, "Plötzlichkeit. Zum Augenblick desästhetischen Scheins", pp.180~218 (1981), Suhrkamp
- Han, Byung-Chul, "Ein philosophischer Essay zur Kunst des Verweilens" (2009), transcript
- Han, Byung-Chul, "Müdigkeitsgesellschaft" (2010), Matthes & Seitz Berlin
- Handke, Peter, "Versuch über die Müdigkeit" (2012), Suhrkamp
- Huber, Gerhard, "Arbeit. Musse. Meditaton. Studies in the Vita activa and Vita contemplativa" (1991), Teubner
- Meisel, Gerhard, "“Während einer Zeit, für die es kein Maß gibt”. Zur Zeitproblematik in Musils Mann ohne Eigenschaften", DVjs, 70, pp.98~119 (1966)
- Mieth, Dietmar, "Die Einheit von vita activa und vita contemplativa in den deutschen Predigten und Traktaten Meister Eckharts und bei Johannes Tauler" (1969), Verlag Friedrich Pustet
